Sportwetten Österreich 2026: Wer eine Bewilligung hat – und was der Wetteinsatz kostet
Wer in Österreich online Sportwetten platzieren will, betritt kein einheitliches Feld. Die Republik hat keine Bundeslizenz für Sportwetten, keine Bundesaufsicht und kein bundesweites Register. Jede Wette, die mit österreichischem Recht zu tun haben soll, läuft über eine Bewilligung eines Bundeslandes. Anbieter, die mit einer ausländischen Lizenz aus Malta, Gibraltar oder Curaçao antreten, fallen durch dieses Raster – sie sind weder offiziell erlaubt noch ausdrücklich verboten. Und jede platzierte Wette kostet seit dem 1. April 2025 fünf Prozent vom Einsatz. Es gibt zehn Anbieter, denen man in Österreich am häufigsten begegnet.

> Stand: 30. Oktober 2026 · Lizenzangaben geprüft gegen die Impressen und AGB der Betreiber sowie die genannten Landesgesetze.
Was Sportwetten in Österreich sind – und warum sie kein Glücksspiel sind
Eine Sportwette ist in Österreich keine Glücksspiel-Veranstaltung im Sinne des Bundes. Die klassische Wette auf ein Sportereignis gilt als Geschicklichkeitsspiel und fällt damit aus dem Glücksspielgesetz (GSpG) heraus. Diese Einordnung hat der Verwaltungsgerichtshof 2015 in einem Verfahren gegen eine Wettbetreiberin bestätigt. Was im ersten Moment wie ein juristischer Streit klingt, ändert den Alltag: Österreich hat keine staatliche Glücksspielaufsicht für Sportwetten, keine Bundeslizenz und kein bundesweites Buchmacherverzeichnis.
Was die Republik hat, sind neun Landesgesetze. Jedes Bundesland vergibt seine eigene Bewilligung, jedes nach seinem Gesetz. In Niederösterreich regelt das NÖ Wettgesetz vom 27. Mai 2020 die Erteilung; in Wien das Wiener Wettengesetz; in Oberösterreich das Oö. Wettgesetz; in Tirol das Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Der Magistrat der Stadt Wien, die Niederösterreichische Landesregierung und die übrigen Landesbehörden entscheiden unabhängig voneinander, wer in ihrem Land wetten darf. Eine einheitliche Liste gibt es nicht – wer welche Bewilligung hält, steht im Impressum des Betreibers oder in den Gesetzesblättern, mehr nicht.
Diese Konstruktion wirkt auf den ersten Blick sperrig. Sie hat zwei praktische Folgen für Wettkunden: Erstens zeigt das Impressum eines seriösen Anbieters, unter welcher Bewilligung er arbeitet – und damit auch, an welche Aufsicht man sich bei Streitfällen wenden kann. Zweitens bedeutet eine ausländische Lizenz – gleich ob aus Malta, Gibraltar, Curaçao oder dem kanadischen Tobique – nicht, dass der Anbieter in Österreich geprüft ist. Wer bei einem solchen Anbieter spielt, hat keine österreichische Stelle, an die er sich bei Beschwerden wenden kann.
Quote, Marge und Auszahlungsanteil – was Wettende wirklich zahlen
Jede Quote, die ein Buchmacher anbietet, hat einen eingebauten Abschlag. Hinter 1,90 / 1,90 steckt mehr, als die zwei Zahlen verraten. Der Auszahlungsanteil – also der Anteil der Einsätze, der bei den Wettenden bleibt – berechnet sich, indem man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes addiert und durch eins dividiert:
- Auszahlungsanteil = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + … + 1/Quoteₙ)
Was übrig bleibt, ist die Marge des Buchmachers. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei Quoten von 1,90 ergibt sich: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500. Der Auszahlungsanteil beträgt 95,00 Prozent, die Marge entsprechend 5,00 Prozent. Von jedem Euro, der in diesem Markt gesetzt wird, behält der Buchmacher also fünf Cent. Das ist der Preis, den Wettende für jede platzierte Wette zahlen – unabhängig von der Wettgebühr.
Realistische Spannen liegen je nach Markt und Sportart zwischen zwei und acht Prozent. Die beliebten 1X2-Märkte auf Fußball-Bundesligaspiele bewegen sich meist zwischen vier und sechs Prozent Marge. Spezialmärkte wie Handicap, Tore Über/Unter oder Spielerstatistiken liegen oft höher. Livewetten tendieren zu größeren Margen, weil das Wettvolumen pro Spielminute kleiner ist und der Buchmacher das Risiko schlechter verteilen kann. Wer als Wettkunde langfristig mit Gewinn rechnet, muss diese Marge erst einmal übertreffen – und dann noch die Wettgebühr. Das erklärt, warum die meisten Freizeitspieler über die Jahre Geld verlieren.
Wettgebühr 2025: 5 Prozent auf jeden Einsatz
Seit dem 1. April 2025 unterliegen alle Einsätze auf Sportwetten in Österreich einer Gebühr von fünf Prozent. Rechtsgrundlage ist Paragraph 33 TP 17 Absatz 1 Ziffer 1 des Gebührengesetzes in der Fassung von BGBl. I Nr. 7/2025. Bis dahin galten zwei Prozent seit dem 1. Oktober 2005. Die Erhöhung bringt Österreich auf ein Niveau, das mit anderen europäischen Märkten vergleichbar ist.
Die Gebühr schuldet, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt – also der Buchmacher, nicht der Spieler. Wie der Buchmacher sie weitergibt, ist seine Entscheidung. Die meisten Anbieter ziehen die Gebühr am Gewinn ab: tipp3 etwa berechnet fünf Prozent vom Bruttogewinn. Bei 10 € Einsatz und einer Quote von 2,00 ergibt das einen Bruttogewinn von 20 €, davon 1 € Gebühr, bleiben 19 € als Auszahlung. Bei dieser Konstruktion zahlt der Wettkunde die Gebühr nur im Gewinnfall – im Verlustfall trägt sie das Unternehmen. Andere Anbieter ziehen die Gebühr vom Einsatz ab, wieder andere versuchen, sie in die Quote einzupreisen.
Die Gebühr fällt auch dann an, wenn der Wettkunde bei einem ausländischen Anbieter mit Sitz in Malta oder Gibraltar wettet, solange er die Wette aus Österreich platziert. Dass eine Wettgebühr bezahlt wird, beweist jedoch nicht, dass der Anbieter eine österreichische Bewilligung besitzt. Ein inländischer Steuersatz auf der Wette und eine fehlende Bewilligung schließen einander nicht aus.
Wer die Gebühr für ungerecht hält, hat keinen Anwalt, aber einen Rechtsweg: Der Bundesfinanzhof hat die Klage eines Buchmachers gegen die Erhöhung auf fünf Prozent abgewiesen, im Mai 2026. Das Urteil hält fest, dass die Erhöhung dem Gesetz entspricht.
Einsatzlimits und was die Landesgesetze vorschreiben
Die Einsatzlimits unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Oberösterreich und Niederösterreich begrenzen den Einsatz pro Wette mit 500 €. Wien setzt für Wettterminals ohne Bedienung 50 € an. Was online bei Wettenden möglich ist, hängt davon ab, von wo der Anbieter seine Daten liefert: Der Verwaltungsgerichtshof hat im April 2026 entschieden, dass für Oberösterreich der Server-Standort des Anbieters maßgeblich ist. Wer mit Sitz im Ausland nach Oberösterreich vermittelt, fällt aus dem Oö. Wettgesetz heraus – und damit aus dessen 500-€-Grenze.
Diese Aufteilung bedeutet nicht, dass ein Anbieter mit ausländischem Server beliebig hohe Einsätze zulässt. Jeder Buchmacher setzt eigene Limits, die je nach Sportart, Markt und Liquidität variieren. Was die Landesgesetze jedoch erreichen, ist eine Grundregel für jene, die überhaupt unter das jeweilige Gesetz fallen.
Die folgende Übersicht zeigt, was die Landesgesetze für eine einzelne Wette vorschreiben – soweit die Quellen es hergeben:
| Bundesland | Maximaleinsatz pro Wette | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Niederösterreich | 500 € | NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020) |
| Oberösterreich | 500 € | Oö. Wettgesetz |
| Wien (Wettterminal ohne Bedienung) | 50 € | Wiener Wettengesetz |
Andere Bundesländer verfahren unterschiedlich. Niemand sollte annehmen, dass diese Limits flächendeckend gelten – sie gelten nur in den genannten Bundesländern und nur für Anbieter, die unter das jeweilige Landesgesetz fallen.
Livewetten: zwischen Land und Live-Tick
Livewetten sind überall dort erlaubt, wo das jeweilige Landesgesetz sie nicht ausdrücklich einschränkt. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis. Oberösterreich beschränkt sie auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder auf die Frage, wer das nächste Tor schießt. Die unterschiedlichen Wortlaute zeigen, dass „Livewetten in Österreich“ keine einheitliche Bedeutung hat.
Wer live wetten will, sollte prüfen, ob der Anbieter eine Bewilligung jenes Bundeslandes besitzt, in dem er seinen Server betreibt. Andernfalls greift das jeweilige Landesgesetz nicht, und es gelten nur die AGB des Buchmachers.
Wer in Österreich eine Bewilligung hat – und wer nicht
Wer in Österreich Sportwetten anbietet, braucht keine Bundeslizenz, sondern eine Bewilligung des Bundeslandes, von dessen Server aus er die Wetten anbietet. Mehrere Anbieter weisen eine solche Bewilligung nach – tipp3, win2day Sportwetten, Starsportwetten, Vierklee, Admiral und Merkur Bets. Vier weitere – 20Bet, Drakaris, 888sport und Winz.io – führen keine österreichische Bewilligung, sondern ausländische Lizenzen aus Malta, Gibraltar, Anjouan oder Tobique.
| Marke | Österreichische Bewilligung | Genannte Bewilligungsquelle | Lizenz laut eigener Angabe |
|---|---|---|---|
| tipp3 | ja | NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid NÖ Landesregierung vom 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020 | Niederösterreich |
| win2day Sportwetten | ja | NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020), Bescheid NÖ Landesregierung vom 10.12.2020, IVW1-Wett-47/001-2020 | Niederösterreich |
| Starsportwetten | ja | Bescheid vom 8. März 2022 (Land und Aktenzahl nicht im Angebot) | nicht öffentlich |
| Vierklee | ja | Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz, Bescheid der Tiroler Landesregierung Zl. IIa.10.065/144-0 | Tirol |
| Admiral | ja | Oö. Wettgesetz, Bewilligung der OÖ Landesregierung | Oberösterreich |
| Merkur Bets | ja | Bewilligung eines Bundeslandes (Land nicht im Angebot) | nicht öffentlich |
| 20Bet | nein | – | Anjouan ALSI-202505033-FI2 |
| Drakaris | nein | – | Tobique Gaming Commission 0000002 |
| 888sport | nein | – | Gibraltar |
| Winz.io | nein | – | Tobique 0000002 und Anjouan ALSI-202508056-FI2 |
Eine ausländische Lizenz ist keine österreichische. Wer bei einem dieser vier Anbieter wettet, hat keine österreichische Aufsichtsstelle, an die er sich bei einer Beschwerde über das Produkt wenden kann. Das bedeutet nicht, dass diese Anbieter illegal sind – die Rechtslage ist umstritten und hängt vom jeweiligen Landesgesetz ab. Es bedeutet aber, dass österreichische Spielerschutz-Instrumente wie die Selbstsperre bei diesen Marken nicht greifen.
Was die Bewilligung dem Wettkunden bringt – und was nicht
Eine Bewilligung ist nicht alles. Sie besagt, dass das Land dem Anbieter vertraut. Sie sagt nichts über die Qualität der Quoten, die Schnelligkeit der Auszahlung oder die Fairness der Bonusbedingungen. Wer eine Bewilligung hat, unterliegt der Aufsicht des jeweiligen Landes – und damit zumindest einer staatlichen Stelle, die bei Streitigkeiten vermitteln kann. Bei Admiral kann sich ein Wettkunde an die Oberösterreichische Landesregierung wenden, bei tipp3 und win2day an die Niederösterreichische Landesregierung, bei Vierklee an die Tiroler Landesregierung.
Wer eine Bewilligung nicht hat, fällt durch keine Aufsicht. Es gibt keine österreichische Stelle, die einem Wettkunden hilft, wenn ein ausländischer Anbieter eine Auszahlung verweigert oder ein Konto ohne Erklärung sperrt. Die Verbraucherschlichtungsstellen sind zuständig, wenn überhaupt, nur bei bestimmten Online-Diensten; für Glücksspiel und Wetten ist ihre Reichweite begrenzt.
Andersherum gilt: Eine Bewilligung schützt nicht vor Verlusten. Sie verschiebt nur, wohin man sich im Ernstfall wenden kann.
Spielerschutz in Österreich: was die Länder regeln, was die Anbieter setzen
Wer in Österreich wettet, ist 18 Jahre alt – das schreiben die Wiener und Oberösterreichische Landesgesetze fest. tipp3 betont, dass die Volljährigkeitsgrenze technisch erzwungen wird. Eine nationale Selbstsperre für Sportwetten gibt es nicht. Wer sich selbst aussperren will, muss dies bei jedem Anbieter einzeln tun. In Wien hebt die Behörde eine Selbstsperre frühestens nach zwei Jahren auf.

Einzahlungs-, Verlust- und Einsatzlimits sind keine Pflicht. Die Reformpläne im Nationalrat, die ein bundesweites Limitregister für Glücksspiele einführen wollen, betreffen das GSpG – Sportwetten fallen nicht darunter, solange sie als Geschicklichkeitsspiele gelten. Was Anbieter mit österreichischer Bewilligung freiwillig anbieten, sind ihre eigenen Limits. tipp3 erlaubt ein wöchentliches Einzahlungslimit von bis zu 1.950 €, ein tägliches Einsatzlimit bis 10.000 € und ein wöchentliches Verlustlimit bis 5.000 €. Erhöhungen greifen erst nach 72 Stunden, Senkungen sofort.
win2day setzt für unter 26-Jährige ein Wochenlimit von 250 € an (Freitag bis Donnerstag), für über 26-Jährige ein Monatslimit von 1.680 €. Auf Antrag können beide Kundengruppen das Limit erhöhen. Gewinne zählen nicht zum Limit. Beide Anbieter bieten auch Spielpausen und Selbstsperren: tipp3 eine Pause von 1, 3 oder 6 Monaten (Guthaben bleibt im Konto) oder eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren (Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto ausgezahlt). Beide sind nach Beginn nicht mehr aufhebbar.
Diese Limits sind Hausregeln. Sie schützen Wettkunden, die sich selbst Grenzen setzen wollen. Sie überzeugen niemanden, der mehr ausgeben will, und sie binden niemanden, der den Anbieter wechselt.
Was bei einer Selbstsperre passiert
Wer bei tipp3 eine Selbstsperre für drei Jahre wählt, kann sich in dieser Zeit nicht erneut anmelden. Das restliche Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto ausgezahlt – das ist die Konsequenz, die die meisten Wettkunden überrascht. Eine Spielpause von sechs Monaten lässt das Guthaben im Konto, sperrt aber jede Wette. Wer sich nach drei Jahren wieder anmelden will, muss den Antrag aktiv stellen und sich identifizieren.
Bei win2day sind die Fristen und Mechanismen ähnlich, aber nicht identisch. Wer sich bei beiden Anbietern sperren lassen will, muss dies zweimal tun.
Boni und Gratiswetten: was „bis zu 100 €“ tatsächlich bedeutet
Jeder Anbieter wirbt mit einer Neukundenaktion. Vierklee kündigt „bis zu 100 €“ an, andere schreiben 100 Prozent auf die erste Einzahlung gut. Was im Kleingedruckten steht, schreibt jeder Anbieter selbst. Drei Angaben entscheiden, was der Bonus tatsächlich kostet: der Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist.
Wer einen 100-€-Bonus mit einem Umsatzfaktor von 5x bei einer Mindestquote von 1,80 innerhalb von 30 Tagen freispielen will, muss 500 € umsetzen – bei 10 € pro Wette sind das 50 Wetten. Wer niedrigere Quoten spielt, zählt nichts zum Umsatz. Wer die Frist verpasst, verliert Bonus und Gewinne.
Die Wettgebühr zählt nicht zum Umsatz – sie wird vom Buchmacher getragen oder vom Gewinn abgezogen, wie der jeweilige Anbieter es handhabt. Wer mit System spielt, muss bei jeder Wette die Mindestquote halten. Vierklee nennt auf seiner Info-Seite keine konkreten Bedingungen; Wettkunden müssen das Kleingedruckte im Account-Bereich prüfen.
Was eine Gratiswette wirklich kostet: Eine 10-€-Gratiswette bei Quote 3,00 gewinnt 30 €. Davon werden in der Regel 5 Prozent Wettgebühr abgezogen – 1,50 €. Bleiben 28,50 €. Der Einsatz von 10 € wird nicht zurückgezahlt. Wer mehrere Gratiswetten hintereinander nutzt, muss jede einzelne durchrechnen, um den tatsächlichen Wert zu sehen.
Der Wert einer Gratiswette, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, lässt sich abschätzen: Wert × (Quote − 1) ÷ Quote × Auszahlungsanteil des Marktes. Bei einer 10-€-Gratiswette auf Quote 3,00 und einem angenommenen Auszahlungsanteil von 95 Prozent: 10 × 2,00 ÷ 3,00 × 0,95 = 6,33 €. Die Gratiswette ist auf diesem Markt etwa 6,33 € wert – nicht 10 € und nicht 30 €.
Aktivierungsfristen und Kleingedrucktes
Wer einen Bonus annimmt, sollte das Kleingedruckte lesen, bevor er die erste Einzahlung macht. Aktivierungsfristen liegen meist zwischen sieben und 30 Tagen. Umsatzfristen zwischen 14 und 60 Tagen. Wer das Angebot ablehnt, verliert es. Wer es annimmt, ist für die Frist gebunden.
Aktivierung und Frist sind zwei verschiedene Dinge. Einige Anbieter aktivieren den Bonus mit der Einzahlung, andere verlangen einen Aktivierungs-Code. Wer die Frist verpasst, verliert den Bonus und alle Gewinne daraus – nicht nur den Bonus selbst.
Auszahlung und Wettkonto: was die Praxis zeigt
Wer bei tipp3 oder win2day wettet, zahlt über das eigene Bankkonto ein und lässt sich dorthin wieder auszahlen. Beide Anbieter verlangen eine Identitätsprüfung vor der ersten Auszahlung. Kontoname und Kontoinhaber müssen übereinstimmen. Auszahlungen auf fremde Konten sind nicht möglich.
Ausländische Anbieter handhaben Auszahlungen unterschiedlich. Manche bieten Banküberweisung, Kreditkarte und E-Wallets an, manche nur Kryptowährungen. Wer mit Bitcoin oder Ethereum einzahlt, kann sich in der Regel auch in derselben Währung auszahlen lassen – sofern das Kleingedruckte es erlaubt. Wechselkursverluste und Netzwerkgebühren gehören zum Geschäft.
Wichtig bei allen Anbietern: Vor der ersten Auszahlung steht eine Identitätsprüfung. Personalausweis, Adresse und gegebenenfalls Quelle der Mittel werden verlangt. Wer diese Prüfung scheut, sollte kein Konto eröffnen – denn der Anbieter fragt spätestens bei der Auszahlung.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt, was jeder Anbieter anbietet, unter welcher Lizenz er arbeitet und wie sich die Bewertung aus Sicht eines Wettkunden darstellt. Zuerst werden Anbieter mit österreichischer Bewilligung aufgeführt, dann solche mit ausländischer Lizenz.
tipp3 – der bewährte Annahmestellenriese
tipp3 gehört zur Österreichischen Sportwetten Gesellschaft mit Sitz am Rennweg in Wien. Das Unternehmen wurde im April 2000 gegründet, der erste Wettschein datiert vom 24. August 2001. Heute nimmt tipp3 Wetten über rund 3.300 Trafiken und Annahmestellen, über die Trafik-App und online entgegen. Die Aufsicht über die Annahmestellen liegt bei den jeweiligen Landesregierungen – in Wien beim Magistrat.
Die Sportwetten beruhen auf der Bewilligung der NÖ Landesregierung vom 10. Dezember 2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020, nach dem NÖ Wettgesetz. tipp3 trägt die Wettgebühr von fünf Prozent bei verlorenen Wetten selbst und zieht sie bei gewonnenen Wetten vom Gewinn ab – eine kundenfreundliche Konstruktion, weil sie im Verlustfall nicht doppelt kostet.
Einzahlungslimit pro Woche: bis zu 1.950 €. Einsatzlimit pro Tag: bis zu 10.000 €. Verlustlimit pro Woche: bis zu 5.000 €. Limit-Erhöhungen greifen erst nach 72 Stunden. Spielpause 1, 3 oder 6 Monate, Selbstsperre 1, 2 oder 3 Jahre. Bonus- und Gratiswetten-Bedingungen nennt die Seite im Account-Bereich.
tipp3 ist der Anbieter für Wettkunden, die auf Sicherheit und lokale Präsenz setzen. Das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld, die Annahmestellen sind ein Alleinstellungsmerkmal. Wer Trafik-Wetten und Online-Wetten verbinden will, findet hier beides unter einem Dach.
win2day Sportwetten – die Lotterien-Tochter
win2day gehört zur Österreichischen Lotterien Gesellschaft. Die Marke ist vor allem für Lotterie und Casino bekannt, betreibt aber seit der Bewilligung von Dezember 2020 auch Sportwetten – auf Basis desselben NÖ Bescheids wie tipp3. Das Angebot unterliegt damit nicht dem Glücksspielgesetz und nicht der Aufsicht des BMF oder Finanzamts Österreich – ein für sich genommen unauffälliges Detail, das aber verdeutlicht, dass Sportwetten in Österreich eine eigene Rechtskategorie sind.
Die Wettgebühr von fünf Prozent wird laut Anbieter genauso gehandhabt wie bei tipp3 – bei verlorenen Wetten trägt der Anbieter, bei gewonnenen wird der Gewinn gekürzt. Das Einzahlungslimit für unter 26-Jährige liegt bei 250 € pro Woche, für über 26-Jährige bei 1.680 € pro Monat. Gewinne zählen nicht zum Limit. Auf Antrag sind beide Limits erhöhbar.
win2day ist die Wahl für Wettkunden, die Lotterie und Sportwetten aus einer Hand wollen. Wer ohnehin bei den Österreichischen Lotterien spielt, hat bereits ein Konto und kann sofort loslegen. Der Quotenniveau-Durchschnitt entspricht dem Branchenstandard, das Wettprogramm ist etwas schmaler als bei reinen Sportwetten-Anbietern.
Starsportwetten – der App-Anbieter
Starsportwetten tritt über eine eigene App auf, betrieben von der Starbet24 GmbH. Die Bewilligung datiert laut Google-Play-Beschreibung auf den 8. März 2022, ohne dass das zuständige Bundesland oder die Bescheidnummer genannt werden. „Behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“ steht im Play-Eintrag – mehr nicht.
Die Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Bescheid-Daten ist kein rechtliches Problem. Sie macht es Wettkunden schwerer, die Bewilligung unabhängig zu prüfen. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt beim Anbieter schriftlich nach dem zuständigen Bundesland und der Bescheidnummer, bevor er einzahlt.
Starsportwetten ist der Anbieter für Wettkunden, die unterwegs wetten und mit einer schmalen App-Auswahl leben. Quoten und Wettprogramm lassen sich auf der Recherchebasis nicht abschließend bewerten; die Bewilligung von 2022 macht den Anbieter zu einem regulär zugelassenen Buchmacher, mehr nicht.
Vierklee – der Tiroler Lizenzträger
Vierklee betreibt seine Info-Seite unter der Lizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung. Das anwendbare Gesetz ist das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Neukunden wird „bis zu 100 €“ Bonus angekündigt; konkrete Bedingungen – Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist – nennt die Info-Seite nicht.
Die Tiroler Lizenz ist eine von neun möglichen. Sie unterliegt dem genannten Landesgesetz, dessen Bestimmungen zur Bewilligung und zum Spielerschutz im Übrigen weniger dokumentiert sind als jene in Niederösterreich oder Oberösterreich. Wer bei Vierklee wettet, hat mit dem Tiroler Amt eine konkrete Aufsicht – Tirol beaufsichtigt nur das, wofür es auch zuständig ist.
Vierklee ist die Wahl für Wettkunden, die einen Anbieter mit regional verwurzelter Lizenz suchen. Wer auf einen bekannten westösterreichischen Markennamen Wert legt, ist hier richtig. Wer die Details zu Bonus- und Wettprogramm sucht, sollte die AGB auf der Vierklee-Webseite prüfen.
Admiral – der langjährige Wettanbieter
Admiral gehört zur ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen, einst Teil der Novomatic-Gruppe. Das Unternehmen wurde von Walter Grubmüller gegründet und war zwischen 2001 und 2006 an der Wiener Börse notiert. Die Bewilligung stammt aus Oberösterreich, nach dem Oö. Wettgesetz.
Admiral gehört zu den ältesten österreichischen Marken für Sportwetten. Was bleibt, ist das Markenprofil: Admiral wird in österreichischen Medien, Wett-Terminals und Spielstätten wahrgenommen, das Image ist mit dem Geschicklichkeitsspiel-Argument verknüpft.
Admiral ist der Anbieter für Wettkunden, die einen österreichischen Markennamen mit langer Historie suchen. Das Wettprogramm ist in der Breite solide, die Quoten bewegen sich im Branchendurchschnitt. Wer Admiral im stationären Vertrieb kennt, wird die Online-Plattform wiedererkennen.
Merkur Bets – der neue Name, der alte Anbieter
Merkur Bets ist seit Juni 2025 der Markenname für die österreichische Sportwetten-Sparte der Merkur Group, ehemals Cashpoint Sportwetten mit Sitz in Gerasdorf bei Wien, gegründet 1996. Die Bewilligung stammt aus einem Bundesland, das nicht namentlich genannt wird. Was bleibt, ist die Firmengeschichte und der Markenwechsel.
Die Verschmelzung von Cashpoint zu Merkur Bets ist der Versuch, die internationale Merkur-Marke auch in Österreich sichtbar zu machen. Wer „Cashpoint“ als Wett-Annahmestelle oder Online-Anbieter kennt, wird die Umbenennung mitbekommen haben.
Merkur Bets ist der Anbieter für Wettkunden, die den Wechsel von Cashpoint mitgehen wollen. Wer das frühere Cashpoint-Angebot kannte, findet es unter neuem Namen wieder – die AGB und Limits können sich geändert haben, das ist zu prüfen.
20Bet – der Anjouan-Anbieter
20Bet wird von Lumora Digital Lt. betrieben. Die Lizenz stammt vom Anjouan Gaming Board, mit der Nummer ALSI-202505033-FI2, ausgestellt im Jahr 2025. Der Start des Angebots war 2020. Eine österreichische Bewilligung führt 20Bet nicht.
Anjouan ist eine kleine Insel mit einer Lizenz, die in mehreren Sektoren der Online-Glücksspielbranche vergeben wird. Sie ist keine EU-Lizenz und keine österreichische. Wer bei 20Bet wettet, hat keine österreichische Aufsicht und keine österreichische Schlichtungsstelle. Die Wettgebühr von fünf Prozent fällt trotzdem an, weil die Wette aus Österreich platziert wird.
20Bet ist eine Wahl für Wettkunden, die mit einer ausländischen Lizenz leben können und mehr Wettprogramm erwarten, als österreichische Anbieter zeigen. Das ist ein echter Vorteil – die Kehrseite ist die fehlende österreichische Aufsicht.
Drakaris – der Tobique-Anbieter
Drakaris wird laut AGB (gültig seit 12. Juni 2025) von der Novatrix SRL mit Sitz in Cartago, Costa Rica, betrieben. Die Lizenznummer 0000002 stammt von der Tobique Gaming Commission, einer kanadischen Behörde. Eine österreichische Bewilligung führt Drakaris nicht.
Tobique-Gaming-Lizenzen werden in jüngster Zeit an verschiedene Online-Anbieter vergeben, oft gemeinsam mit einer Anjouan-Lizenz. Sie sind keine EU-Lizenzen und keine österreichischen. Wer bei Drakaris wettet, hat keine österreichische Stelle, an die er sich wenden kann.
Drakaris ist eine Wahl für Wettkunden, die ein bestimmtes Wettprogramm suchen, das die österreichischen Anbieter nicht zeigen. Der Anbieter sitzt in Costa Rica und läuft unter kanadischer Lizenz – Wettkunden müssen mit dem entsprechenden Risiko leben.
888sport – der Gibraltar-Anbieter
888sport gehört zur Evoke plc mit Sitz in Gibraltar, an der Londoner Börse notiert. Die Lizenz ist die von Gibraltar. Eine österreichische Bewilligung führt 888sport nicht.
888sport gehört zu den etablierten internationalen Marken. Die Marke 888 ist in Europa vor allem für Casino und Poker bekannt, 888sport ergänzt das Angebot. Gibraltar-Lizenzen sind keine EU-Lizenzen und keine österreichischen; das ist die ganze Geschichte.
888sport ist eine Wahl für Wettkunden, die einen großen internationalen Anbieter mit umfangreichem Wettprogramm suchen. Die Marke hat Gewicht, die österreichische Aufsicht fehlt. Wer das einkalkuliert, bekommt eine bekannte Plattform.
Winz.io – der Doppel-Lizenz-Anbieter
Winz.io nennt zwei Lizenzen: Tobique 0000002 und Anjouan ALSI-202508056-FI2. Beide sind keine österreichischen. Die englische Seite der Marke führt beide auf, die deutsche nur Tobique – ein Hinweis auf ein Lizenz-Setup, das sich gerade verändert.
Winz.io positioniert sich als Krypto-Casino mit Sportwetten. Einzahlungen in Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen sind möglich; Auszahlungen ebenfalls. Wechselkursschwankungen gehören zum Geschäft. Wer Krypto nutzt, sollte sich über Wallet-Sicherheit und Netzwerkgebühren im Klaren sein.
Winz.io ist eine Wahl für Wettkunden, die Sportwetten mit Krypto-Einzahlung suchen. Die Lizenzsituation ist unübersichtlich, die österreichische Aufsicht fehlt. Wer mit Krypto wettet, muss die Volatilität einkalkulieren.
Marge und Kosten einer Wette – die Rechnung hinter jeder Quote
Wer eine Wette platziert, zahlt zwei Preise: die Marge, die in jeder Quote steckt, und die Wettgebühr, die bei jeder Wette anfällt. Beide schmälern das, was am Ende auf dem Wettkonto ankommt. Wer den Effekt verstehen will, rechnet ihn am besten selbst nach.
Beispielrechnung: Zwei-Wege-Markt mit Quote 1,90 auf beiden Seiten
Der Auszahlungsanteil berechnet sich, indem die Kehrwerte der Quoten addiert und durch eins dividiert werden: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500. Der Auszahlungsanteil liegt bei 95,00 Prozent. Die Marge des Buchmachers ergibt sich aus 1 minus Auszahlungsanteil: 1 − 0,95 = 0,05. Die Marge beträgt 5,00 Prozent.
Was bedeutet das? Bei einem Umsatz von 100 € in diesem Markt zahlt der Buchmacher 95 € an die Wettenden aus und behält 5 €. Das ist sein Verdienst, unabhängig davon, wer gewinnt. Bei Quote 2,00 auf beiden Seiten wäre der Auszahlungsanteil 100 Prozent und die Marge null – das gibt es auf Dauer nirgendwo. Bei Quote 1,80 auf beiden Seiten wäre der Auszahlungsanteil 90 Prozent und die Marge 10 Prozent – das ist drastisch.
Realistische Margen in Hauptmärkten liegen zwischen 4 und 6 Prozent. Spezial- und Livewetten liegen eher bei 6 bis 8 Prozent. Wer auf Margen unter 4 Prozent wettet, spielt in einer Nische – asiatische Handicap-Märkte oder Wetten auf wenig bewettete Ligen.
Bandbreite der Marge: Bei einem Zwei-Wege-Markt mit symmetrischen Quoten von 1,90 liegt die Marge bei etwa 5,00 Prozent. Bei 1,85 wäre sie etwa 8,11 Prozent, bei 2,00 genau null. Anbieter mit österreichischer Bewilligung bewegen sich meist im Bereich 4 bis 6 Prozent auf den Hauptmärkten, Spezialmärkte höher.
Wer diese Spanne verstanden hat, kann Quoten vergleichen. 1,90 / 1,90 sind nicht gleich 1,87 / 1,87 – die zweite Variante kostet den Wettenden pro 100 € Einsatz etwa 3 € mehr.
Wettanbieter: zehn Namen – zehn Profile
Zehn Anbieter, zehn Lizenztypen, zwei Lager: sechs mit österreichischer Bewilligung und vier mit ausländischer Lizenz. Die Aufteilung ist nicht zufällig. Sie spiegelt das österreichische Recht, das Sportwetten aus dem Glücksspielgesetz herausnimmt und den Ländern die Bewilligung überlässt.
Wer einen Anbieter sucht, sollte drei Fragen stellen: Welche Bewilligung hat er, unter welchem Gesetz steht er, und welche Limits setzt er selbst. Wer diese Antworten hat, kann entscheiden, ob er spielen will oder nicht.
Anbieter mit österreichischer Bewilligung:
- tipp3 (Niederösterreich)
- win2day Sportwetten (Niederösterreich)
- Starsportwetten (Bescheid vom 8. März 2022, Land nicht genannt)
- Vierklee (Tirol)
- Admiral (Oberösterreich)
- Merkur Bets (Bewilligung eines Bundeslandes, Land nicht genannt)
Anbieter ohne österreichische Bewilligung:
- 20Bet (Anjouan ALSI-202505033-FI2)
- Drakaris (Tobique 0000002)
- 888sport (Gibraltar)
- Winz.io (Tobique 0000002, Anjouan ALSI-202508056-FI2)
Die Gruppe der Anbieter mit Bewilligung teilt sich das Stamm-Land: drei Anbieter stehen unter einer niederösterreichischen Erlaubnis (tipp3, win2day, und ein möglicher weiterer), Tirol und Oberösterreich sind mit je einem Anbieter vertreten. Bei den ausländischen Lizenzen führen Malta, Gibraltar, Curaçao und Tobique – keine davon ist österreichisch.
Was sich aus der Aufteilung ergibt: Wer mit österreichischer Aufsicht wetten will, hat sechs Optionen. Wer ein größeres Wettprogramm sucht, das diese sechs Anbieter nicht abdecken, hat vier Optionen, die er gegen das Fehlen der österreichischen Aufsicht abwägen muss. Es gibt keinen Anbieter, der beides vereint. Diese Lücke füllt der Markt nicht.
Wer die Wahl hat: sechs Bewilligungen, vier Lizenzen
Die sechs Anbieter mit Bewilligung unterscheiden sich vor allem im Wettprogramm, in den Limits und im Quotenniveau. Wer eine bestimmte Sportart bevorzugt, sollte prüfen, ob der Anbieter sie im Programm hat. Wer ein bestimmtes Limit braucht, sollte die AGB lesen, bevor er einzahlt.
Die vier Anbieter mit ausländischer Lizenz unterscheiden sich vor allem in der Lizenzquelle und im Zahlungsangebot. Anjouan und Tobique sind nicht EU, Gibraltar ist UK-nah. Wer eine dieser Lizenzen akzeptiert, sollte die Lizenznummer prüfen und sich über die Regulierungsbehörde informieren. Das ist kein Misstrauen – das ist Recherche.
Was die Wettgebühr wirklich kostet
Die Wettgebühr von fünf Prozent ist auf den ersten Blick klein. In der Wirkung ist sie es nicht. Wer 100 € pro Woche setzt, zahlt 5 € Wettgebühr – im Jahr 260 €. Das sind 260 € Kosten, die in der Quote nicht enthalten sind, sondern oben drauf kommen. Bei 500 € pro Woche sind es 1.300 € pro Jahr.
Diese Rechnung gilt, wenn der Anbieter die Gebühr vom Einsatz oder vom Gewinn abzieht. Wo er es tut, ist seine Sache. Wer bei einem Anbieter spielt, der die Gebühr im Gewinnfall abzieht, zahlt im Verlustfall nichts – das ist günstiger, wenn die Wetten häufig verlieren. Wer beim Gewinnfall ebenfalls zur Kasse gebeten wird, zahlt doppelt: einmal die Marge und einmal die Gebühr.
tipp3 und win2day ziehen die Gebühr nur im Gewinnfall ab. Das ist kundenfreundlich und entspricht der typischen Konstruktion. Andere Anbieter können anders verfahren. Wer die AGB nicht liest, zahlt die Wettgebühr zweimal.
Geld zurück bei Verlusten – die Rechtslage
Manche Werbeversprechen klingen so, als könne man verlorene Wetteinsätze zurückholen. Die Realität: Gerichte haben in Einzelfällen unerlaubte Glücksspiel- und Pokerverluste zurückgeurteilt, weil die Anbieter keine Konzession hatten. Für Sportwetten gilt das so nicht. Sportwetten sind kein Glücksspiel im Sinne des GSpG, sie fallen unter die Landesgesetze. Und gegen Anbieter mit ausländischer Lizenz gibt es bislang keine vergleichbare Rechtsprechung.

Wer verloren hat, hat verloren – bis auf das normale Auszahlungsverfahren beim Anbieter. Wer glaubt, dass eine ausländische Lizenz einen Rückforderungsanspruch eröffnet, sollte einen Rechtsanwalt fragen. Wer einfach darauf hofft, sollte wissen, dass die Rechtslage unsicher ist und die Erfolgsaussichten ungewiss.
Wettkunden mit kleinem Budget – was der Markt bereithält
Wer wenig Geld ausgeben will, hat zwei Optionen. Die erste: bei einem Anbieter mit niedrigen Mindesteinsätzen spielen. Die zweite: bei einem Anbieter mit niedrigen Wochen- oder Monatslimits einzahlen. Wer das Eine mit dem Anderen verwechselt, zahlt am Ende zu viel.
tipp3 verlangt eine Mindestquote von 1,06 für Einzelwetten, niedrigere Quoten nur in Kombi- oder Systemwetten. Die exakten Mindesteinsätze variieren je nach Anbieter und Konditionen. win2day setzt für unter 26-Jährige 250 € pro Woche als Einzahlungslimit – das ist eine Wochenobergrenze, kein Mindestbetrag. Über 26-Jährige haben 1.680 € pro Monat.
Wer mit 5 € pro Wette spielt, kommt mit beiden Anbietern klar. Wer mit 0,50 € pro Wette spielen will, sollte prüfen, ob der Anbieter den Einsatz akzeptiert – viele tun es nicht, weil die Transaktionskosten den Einsatz auffressen.
Wer die Anbieter wechseln will – was zu beachten ist
Wer den Anbieter wechselt, lässt Geld auf dem alten Konto liegen – sofern es keine Auszahlung gibt. Die Auszahlung kostet Zeit und manchmal eine Gebühr. Wer Treuebonus-Angebote nutzt, ist an den Anbieter gebunden, bis der Bonus umgesetzt ist.
Was bei einem Wechsel von Bewilligungs-Anbieter zu ausländischem Anbieter passiert, ist eine Frage der Daten. KYC-Daten (Personalausweis, Adresse) muss der neue Anbieter erneut prüfen. Das ist Standard, nicht Schikane.
Konto-Schließung und Datenlöschung
Wer sein Konto schließen will, hat in der Regel Anspruch auf Auszahlung des Restguthabens. Die Anbieter sind verpflichtet, die Daten gemäß DSGVO zu löschen, sobald die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Die Fristen sind unterschiedlich: manche Anbieter löschen nach Konto-Schließung, andere nach fünf oder zehn Jahren.
Wer eine Selbstsperre aktiv hat, kann das Konto nicht schließen, ohne die Sperre aufzuheben – und das geht frühestens nach Ablauf der Frist. Das ist Absicht. Wer den Anbieter wechseln will, muss die Sperre abwarten oder aufheben – falls möglich.
Hilfe bei Spielproblemen
Wer bei sich selbst ein Problem erkennt – häufiges Wetten, höhere Einsätze als geplant, Jagen von Verlusten – kann sich an die Beratungsstelle des österreichischen Glücksspielsektors wenden. Die Anlaufstelle für Spieler und Angehörige ist die unabhängige Stelle, die auf der jeweiligen Anbieter-Website verlinkt ist – etwa „Spielsuchthilfe“ oder ein vergleichbarer Hinweis. Die zentrale Plattform für verantwortungsvolles Spielen in Österreich bündelt die Hilfsangebote.
Die Hilfsangebote sind kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar. Wer sie nutzt, sollte sich nicht scheuen, frühzeitig anzurufen. Wer wartet, verliert mehr Geld und mehr Zeit.
Häufig gestellte Fragen zu Sportwetten in Österreich
Sind Sportwetten in Österreich legal, und wer erteilt die Bewilligung?
Ja, Sportwetten sind legal, aber nicht im Sinne einer Bundeslizenz. Sie werden vom Glücksspielgesetz ausgenommen, weil sie als Geschicklichkeitsspiele gelten. Die Bewilligung erteilt das jeweilige Bundesland – in Niederösterreich die Landesregierung, in Tirol die Tiroler Landesregierung, in Oberösterreich die Oberösterreichische Landesregierung. Wer bei einem Anbieter mit Bewilligung wettet, hat eine konkrete Aufsichtsstelle.
Gelten die Regeln für Livewetten und Einsatzhöhen in allen Bundesländern gleich?
Nein. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teilergebnisse oder das Endergebnis, Oberösterreich nur auf numerische Zwischen- oder Endergebnisse oder auf die Frage nach dem nächsten Torschützen. Die maximaleinsätze reichen von 50 € pro Wette an Wettterminals ohne Bedienung in Wien bis 500 € pro Wette in Oberösterreich und Niederösterreich.
Seit wann beträgt die Wettgebühr 5 Prozent, und wer schuldet sie?
Seit dem 1. April 2025, geregelt im Gebührengesetz in der Fassung von BGBl. I Nr. 7/2025. Davor lag sie seit Oktober 2005 bei zwei Prozent. Die Gebühr schuldet der Buchmacher, der die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt, nicht der Wettende. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung – tipp3 etwa zieht sie nur im Gewinnfall ab.
Gibt es eine österreichweite Selbstsperre oder ein bundesweites Einzahlungslimit für Sportwetten?
Nein. Sportwetten fallen nicht unter das GSpG, also gibt es kein bundesweites Sperrregister und kein Limitregister. Die Selbstsperre gilt pro Anbieter; wer bei tipp3 gesperrt ist, kann trotzdem bei win2day oder einem anderen Anbieter spielen. Einzahlungs-, Verlust- und Einsatzlimits sind freiwillige Hausregeln der Anbieter – tipp3 erlaubt bis zu 1.950 € pro Woche, win2day bis zu 250 € für unter 26-Jährige und bis zu 1.680 € pro Monat für ältere Wettkunden.
Wie unterscheiden sich Anbieter mit Landesbewilligung von Anbietern mit ausländischer Lizenz?
Anbieter mit Landesbewilligung stehen unter Aufsicht des jeweiligen Bundeslandes. Sie müssen die Landesgesetze einhalten, die Bewilligungsnummer im Impressum führen und die Aufsichtsbehörde als Ansprechpartner anerkennen. Anbieter mit ausländischer Lizenz – aus Malta, Gibraltar, Anjouan oder Tobique – fallen unter keine österreichische Aufsicht. Der Wettkunde kann sich bei Problemen an keine österreichische Stelle wenden. Die Wettgebühr fällt bei beiden Gruppen an, sobald die Wette aus Österreich platziert wird.
Wie berechnet sich der mögliche Gewinn aus Einsatz und Quote nach Abzug der Wettgebühr?
Der Bruttogewinn ergibt sich aus Einsatz × Quote. Bei 10 € Einsatz und Quote 2,00 sind das 20 €. Davon zieht der Anbieter die Wettgebühr von fünf Prozent ab – das sind im Beispiel 1 €. Der Auszahlungsbetrag liegt bei 19 €. Bei verlorenen Wetten entfällt die Wettgebühr je nach Anbieter. tipp3 trägt sie in diesem Fall selbst, andere Anbieter ziehen sie vom Einsatz oder von künftigen Gewinnen ab.
Rechtslage – Eishockey online
Inhalt erstellt vom Team «Eishockey online»
